rbb-online, 26.06.2010: Studie „Schlechte Noten im Schulvergleich“
Berlin und Brandenburg haben in einer neuen innerdeutschen Schulstudie sehr schwach abgeschnitten.
Zu diesem Ergebnis kommen Bund und Länder in ihrem neuen Schulleistungsvergleich, den die Kultusminister am Vormittag in Berlin vorstellen.
Getestet wurden die Leistungen von Neuntklässlern in den Fächern Deutsch und Englisch. Der Vergleich wurde erstmals auf der Basis der neuen bundesweiten Bildungsstandards vorgenommen.
Im Fach Deutsch belegten Berlin und Brandenburg die Plätze 15 und 13 beim Hörverständnis, die Plätze 15 und 14 beim Hörverstehen sowie die Plätze 13 und 15 bei der Rechtschreibung. Lediglich das Land Bremen schnitt schlechter ab. (…)
Berliner Zeitung, 16.11.2007: In der Armutsfalle
Trotz des Aufschwungs steigt die Zahl der Kinder aus mittellosen Familien drastisch. Dennoch sagen acht von zehn Kindern, sie seien glücklich. Experten werten das als Schutzbehauptung.
BERLIN. Die Kinderarmut ist in der Bundesrepublik dramatisch angestiegen. Seit der Einführung von Hartz IV hat sich die Zahl der Kinder und Jugendlichen, die unterhalb der Armutsgrenze leben, auf mehr als 2,5 Millionen verdoppelt. „Noch einmal so viele befinden sich zudem an der Grenze zur absoluten Armut”, sagte der Präsident des Kinderhilfswerkes Thomas Krüger. Das geht aus dem Kinderreport 2007 hervor, den seine Organisation gestern vorstellte. Demnach ist die Zahl der sozialhilfeberechtigten Kinder in den vergangenen 40 Jahren um das 16-Fache gestiegen. Erhielt 1965 nur jedes 75. Kind Sozialhilfe, ist es inzwischen jedes sechste. Offiziell gelten in Deutschland 14 Prozent der Kinder als arm. Das Kinderhilfswerk fordert deshalb ein nationales Programm zur Bekämpfung der Kinderarmut.
Spiegel, 17.08.2007: Trotz Aufschwung
Kinderarmut in Deutschland nimmt zu
Der wirtschaftliche Aufschwung in Deutschland geht an vielen Familien spurlos vorbei. Trotz sinkender Arbeitslosenzahlen leben fast zwei Millionen Kinder in Deutschland von Hartz IV - so viele wie nie zuvor.
Frankfurt am Main - Im März diesen Jahres wuchsen 1,93 Millionen Kinder unter 15 Jahren in Familien auf, die von Arbeitslosengeld II leben, berichtet die "Frankfurter Rundschau" heute. Das Bremer Institut für Arbeitsmarktforschung und Jugendberufshilfe (BIAJ) habe auf der Grundlage von Zahlen aus der Bundesagentur für Arbeit den Zuwachs errechnet. Bislang sei die Zahl der Kinder, die mit "Hartz IV" auskommen müssen, immer mit 1,82 Millionen angegeben worden.
Zuwachs: 17 Prozent der Kinder in Deutschland leben in Armut.
Inzwischen leben fast 17 Prozent der rund 11,5 Millionen Kinder in Deutschland in Armut.
Der Kölner Armutsforscher Christoph Butterwegge erklärte den traurigen Rekord damit, dass die konjunkturelle Belebung des Arbeitsmarkts "vor allem an den alleinerziehenden Müttern vorbeigeht, weil die Arbeitgeber an deren flexiblem Einsatz zweifelten". Dies bestätige, dass "Hartz IV" eine "Rutsche in die Armut" sei.
Wikipedia: „Kinderreport Deutschland 2007”
Aktuelle Situation der Kinderarmut
Im Jahr 2007 sind dem Report zufolge in der Bundesrepublik Deutschland 14 % der Kinder arm. Seit der Einführung von Arbeitslosengeld II im Jahr 2005 habe sich die Zahl der auf Sozialhilfe und Sozialgeld angewiesenen Kinder auf mehr als 2,5 Millionen verdoppelt. 1965 war jedes 75. Kind unter sieben Jahren auf Sozialhilfe angewiesen, 2007 sei es jedes 6. Kind, wobei Kinder aus Einwandererfamilien besonders betroffen seien.
Es wird geschätzt, dass knapp 6 Millionen Kinder in Haushalten wohnen, in denen die Eltern über ein für die Familie nicht existenzsicherndes Jahreseinkommen von insgesamt (höchstens) 15.300 Euro verfügen. Dies sind ein Drittel der kindergeldberechtigten Eltern. Zudem zeigte im Jahr 2004 jedes dritte Kind im Einschulungsalter therapiebedürftige Entwicklungsstörungen oder Verhaltensauffälligkeiten. Insgesamt verdopple sich alle zehn Jahre in Deutschland die Zahl armer Kinder.
Auswirkungen der Kinderarmut:
Sozial benachteiligte Kinder
• ernährten sich ungesünder
• bewegten sich weniger
• blieben immer häufiger in isolierten Wohnvierteln unter sich
• besuchten keine guten Schulen
• hätten nur mangelhafte Ausbildungsmöglichkeiten
• hätten keine ausreichend soziale Unterstützung
• Schüler würden zunehmend "ohne Beherrschung des Mindestmaßes
an Kulturtechnik" die Schule verlassen.
Kinderarmut werde "vererbt"
Ursachen der Kinderarmut:
Das Kinderhilfswerk macht in seiner Studie das deutsche Steuer- und Sozialsystem für die Zunahme der Kinderarmut verantwortlich. Familien müssten ein übermaß an öffentlichen Abgaben tragen.
Laut Familienbericht von 2006 betrugen die öffentlichen Ausgaben für Familien im EU-Durchschnitt 2,1 % des Bruttoinlandsprodukts. In Deutschland erreiche dieser Wert lediglich 1,9 %.